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Behandlungsverlauf
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Kurze Beschreibung eines orthopädischen Behandlungsablaufes:
 

Dr. Martin Pinsger

 
Schmerz, Bewegungseinschränkung oder Leistungseinbußen sind die häufigsten
Signale, die den Menschen zu einer diagnostischen Analyse zwingen. Nur ein
geringer Prozentsatz der Bevölkerung geht ausschließlich präventiv zum Arzt.
Durch die extreme Entwicklung der digitalen Technik sind die Ursachen der
Schmerzen und Behinderungen nicht nur klinisch, sondern auch bildgebend (RÖ/ CT/
NMR) ausgezeichnet zu erfassen. So ist es uns möglich, bei akuten Beschwerden
rasch Abhilfe zu schaffen.
Meine Aufforderung an den Betroffenen:
Warten Sie nicht, bis Beschwerden chronisch werden – sowohl die Analyse, wie auch
die Therapie werden kompliziert und langwierig. Ist der Schmerz beim Akutpatienten
noch ein gut brauchbares und klares Signal, so verliert sich das bei der
Chronifizierung.
Durch den chronischen Schmerz und die langanhaltende Behinderung wird der
Mensch als Ganzes in Mitleidenschaft gezogen. Ein Ausstieg ist nur mehr schwer
möglich. Es gibt jedoch eine Reihe von Möglichkeiten die extreme Schmerzkarriere
zu beenden und den Betroffenen soweit zu beeinflussen, daß ein normales Leben
wieder möglich wird.
Um bei längerfristigen Schmerzbehandlungen erfolgreich zu sein, muß zuerst eine
Vertrauensebene aufgebaut werden. Hohe Schmerzpegel müssen mit
Medikamenten und durch verschiedene Behandlungstechniken auf erträgliches Maß
gebracht werden. Immer ist der Betroffene, seine Familie, seine berufliche
Umgebung in die Behandlung miteinzuplanen (bio-psycho-soziales Konzept).
Gespräche in Gruppen (Selbsthilfegruppe/ Familie/ Unternehmen) sind oft besonders
hilfreich, um andauernde Überforderungen und Disstreß abzubauen. Welche
Therapie zur Behandlung notwendig sein wird, ergibt sich aus der anfänglichen
Analyse plus Diagnostik nach dem WHO Stufenplan der Schmerztherapie. Dieser
Stufenplan sollte von jedem Therapeuten eingehalten werden und ermöglicht durch
das stufenweise Erhöhen der Therapieintensität bei klarer kausaler Therapie ein
Maximum an Schmerzreduktion.
Neben all diesen Therapieformen in der Hand des Arztes und Therapeuten, ist die
Schnittstelle zur Prävention besonders wichtig. Dieser Schritt sollte nicht irgendwann
später erfolgen, sondern so bald als möglich. Die Frühmobilisation soll unser Thema
sein.

Der Bewegungsapparat kann nicht alleine „gesundgedacht“, sondern muß auch
„gesundbewegt“ werden. Regelmäßige körperliche Bewegung, Kräftigung, etc. sind
eine conditio sine qua non!
Gelungene Therapie benötigt jedoch auch in vielen Fällen ein „neues Prioritäten
setzen“.
Dann ist es gut, Zeit zu haben, Ressourcen freizusetzen, Abstand zu gewinnen,
seinen geschädigten Körper ausruhen zu lassen und neu zu trainieren. Diese
Ruhephasen sind in unseren Tagen immer weniger anzutreffen und somit fehlen die
„körpereigenen Bilanzen“. Signale sind da, gehört zu werden. Signale sind da,
Antworten auf offene, drängende Fragen zu finden. Die Symptome unseres
Körpers, sind die Signale die zu den wichtigsten gehören und damit die
höchste Priorität verdienen.


 


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Stand: 03.10.08